Nominiert für den EVOQUE NextGen Award 2012: Zeynep Merve Mehmetli

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Zeynep Merve Mehmetli, wurde 1983 in Istanbul geboren.
Nachdem sie das österreichische Gymnasium abgeschlossen hatte, ist sie mit
neunzehn nach Wien umgezogen, und hat an der Universität für angewandte
Kunst zu studieren begonnen.
Sie arbeitete für Dominque Masullo und
d’andt in Antwerpen und für das Wiener Label
Schella Kann. Zeynep Mehmetli hat außerdem an diversen
Shows und Ausstellungen in Deutschland, Spanien und in der Türkei
teilgenommen.
Das Training bei Dinie van den Heuvel hat
ihrem selbstgelernten Design eine starke Struktur gegeben. Bei Dinie
van den Heuvel hat sie neben
Drapage und Moulage einen Basiskurs für
2D Schnitt bekommen.
Unten können Sie unser Gespräch lesen, wo wir über Mode und
Zeynep Mehmetli’s Erfahrung als junge Designerin gesprochen haben. Zeynep
Merve Mehmetli ist für den EVOQUE NextGen Award 2012 nominiert hier
geht´s zum Voten.
E: Wie bist Du auf die Idee gekommen,
Modedesignerin zu werden?
ZM: Irgendwann im jungen Alter war es mir klar, dass
ich was im kreativen Bereich studieren wollte. Die vielfältigen
Interessen und Gestaltungsmöglichkeiten der Mode haben mich dazu
motiviert und meine Familie hat mich dabei auch unterstützt.
E: Erzähle uns mehr von Deiner
Fashion-Philosophie.
ZM: Ich produziere in erster Linie Kleidungsstücke und
vermittele damit ein gewisses Anziehgefühl. Ich will auf keinen Fall
diktieren, was schön, sexy oder trendy ist. Ich versuche mehr, dem
Betrachter und auch dem Konsumenten den Freiraum zu ermöglichen, um
weiter zu phantasieren.
Während des Arbeitens experimentiere ich viel. Ich
lasse Zufälle passieren, und mich selber überraschen. Ich kann viele
Regeln nicht leicht akzeptieren. Im Alltag versuche ich, nicht kriminell
zu bleiben. Aber beim Modemachen versuche ich vieles aus, vor allem wie
was nicht gemacht werden darf. Von der Seitennaht einer Hose bis zur
Kochtemperatur eines Stoffes, ich riskiere und lass mich in kleine
Katastrophen reinstürzen.
Ich komme auf was Neues, indem ich mich auf
Widersprüche einlasse. Ich versuche einen Look zu schaffen, der sich
nicht leicht kategorisieren lässt, eine Fremde.
Ich will mit der Arbeitsweise und mit dem entstandenen
Bild vor allem das Anerkannte hinterfragen, Selbstverständliches
verunsichern und Vorurteile abschaffen.
E: Wie viel künstlerisches Konzept steckt generell
hinter Deiner Kollektion?
ZM: Mode ermöglicht und erfordert auch ein schnelles
Reagieren auf weltliche Situationen. Ich arbeite mit Ideen und Bildern
aus verschiedenen Bereichen. Viele Entscheidungen treffe ich immer noch
mit Bauchgefühl.
Ich glaube aber, dass das eigentliche Konzept eines
Labels sich vor allem in der Produktion äußern sollte. Es wird immer
wichtiger und viele werden bewusster, wie etwas und wo es entstanden
ist.
E: Gab es einen Punkt, an dem du an deinem
Stil/Image gezweifelt hast?
ZM: Nein, ich habe viel zu viel Toleranz.
E: Wie findest Du die Mode in Wien? Gibt es eine
große unterschied zwischen Antwerpen und Wien in Bezug der Mode und
Stil?
ZM: Ich finde, dass viele Kreative in Wien tolle
Arbeiten schaffen und zum Teil auch die Unterstützung bekommen. Es ist
immernoch sehr schwierig bis zu unmöglich mit der selbstständigen Mode
das eigene Leben zu finanzieren.
Wie ich es empfinde, würde ich Wien als eine Kunststadt
und Antwerpen mehr als eine Designstadt bezeichnen. Ob es wirklich so
ist oder über die Hintergründe könnten wir weiter diskutieren. Es gibt
natürlich auch Unterschiede im Konsumverhalten.
Was sind Deine Pläne für die Zukunft?
ZM: Ich befinde mich im Moment in einer Phase mit
Überfluss an Möglichkeiten. Ich betrachte, was auf mich zukommt und
bleibe offen, bescheiden und neugierig. Ich werde immer ‘Mode’ machen,
und Klamotten gibt es auf der Welt mehr als genug. Es gibt keinen echten
Sinn oder Philosophie dahinter.







Text: Edisa Shahini
Fotos: Zeynep Merve Mehmetli